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MAKE THIS MOMENT MATTER IN COPENHAGEN #26

Dieses Jahr haben wir es tatsächlich mitten in meiner jungen Elternzeit wieder nach Kopenhagen geschafft – meine 4 Monate alte Kleine und ich. Ich habe mich getraut, uns aus unserer friedlichen Bubble mit Haus und Garten im Gebirge herauszureißen, und ängstlich wie ein Hase und weitsichtig wie ein Goldfisch bin ich mit meinem Baby in den Flieger gestiegen 😅. Das Eventmotto dieses Jahres: „Make This Moment Matter“ – LET’S GO!


Kopenhagen ist sowieso jeden Besuch wert, das muss ich euch nicht erzählen. Und wie ich mich selbst gern beobachte, stelle ich fest, dass Design auch in dieser familiär anspruchsvollen Zeit immer noch eine unglaublich emotionale Rolle für mich spielt. Beim Spaziergang im Superkilen Park traf ich auf einen dieser Orte, von denen ich mir so sehr wünschen würde, es gäbe sie überall: eine umfunktionierte Industriehalle, die jetzt als öffentlicher Aufenthaltsort dient – mit Bibliothek und Café, Sporthallen und Kinderspielraum. Für alle. Stilvoll und sinnvoll integriert, functional biophilic Design. Ich bekam Gänsehaut, und es hat mich überwältigt, welche lebensbejahende Nächstenliebe hinter einer Gesellschaft steht, die so etwas aufbaut und nutzt.



Ich bin nach wie vor ein dermaßen visueller Mensch 😍! Auch in dem hopsigen Rhythmus, in dem mir oft die Zeit und Aufmerksamkeit fehlen, mir zu jedem Merkmal alle Informationen einzuholen, bleibt bei mir mit jedem Bild, jedem visuellen Erlebnis eine Geschichte hängen. Pluspunkte für die Work-Family-Balance in meinem überforderten Designerkopf 😉. Copenhagen be like: Ist das eine Baustelle oder eine urbane Aufenthalts- und Happeningslandschaft? Wir werden es nie erfahren.


Das Event selbst war – wie gedacht – fantastisch: In die Stadt integriert und über alle Szeneviertel verteilt fanden in konstanten wie auch in temporären Räumen Objektausstellungen, Kollektionspräsentationen und ganze Erlebnisse zum Thema Interior Design statt. Wie so oft in Dänemark: mit einem viel kritischeren Auge für Ästhetik als in Deutschland und mit einem großen Gefühl von Verantwortung in der modernen Möbelindustrie.


Die geopolitischen Krisen haben auch den dänischen Markt getroffen. Nur lebt hier – im Gegensatz zur „German Angst“ – eine positive, zukunftsorientierte Einstellung. „Der Spirit ist anders“, ließ ich mir bei einer Begegnung von einem Kollegen sagen. Für mich ergibt das eindeutig Sinn, denn es ist dumm zu behaupten, man könne die Politik 20 Jahre zurückspulen und auf die aktuelle Zeit anwenden. Innovation aus den Bedürfnissen und Herausforderungen heraus, die die Zeit mit sich bringt, ist kein Luxus, sondern das richtige Mittel zum wirtschaftlichen Überleben. Das und Integrität 😊. Hier in Dänemark gehört Design nicht zum Marketing, sondern zum Alltag.



„Make This Moment Matter“ war auch das Motto unserer Journey bei den 3daysofdesign 🤱. Zwischen dem Anspruch, alles zu sehen, und dem Wunsch, Quality Time mit meiner Kleinen zu verbringen, musste auch ich meine Mitte finden, um den Moment ohne Druck wertzuschätzen. Zwischen zahlreichen Showrooms und Ausstellungen gab’s Babysport auf dem Rasen, Stillpausen in Sitznischen und nette Begegnungen im Street Food Court. Ohne diese bewussten Pausen wäre dieser Post nie entstanden. Zwischendurch einfach mal ohne Multitasking den Kaffee schmecken lassen, Menschen und Wolken beobachten, Gedanken in Notizen festhalten. Hey, aber dänische Eltern wirken genauso gestresst wie die in Deutschland. Das beruhigt mich 😅.


Aber generell braucht 3daysofdesign, glaube ich, keine Werbung – sie versuchen ja eher, sich klein zu halten (was nicht klappt). Also kann ich Kopenhagen und speziell dieses Event überhaupt nicht empfehlen, ganz schlimm 😉😍. Fahrt nicht dahin.

 
 
 

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