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3 DAYS OF DESIGN COPENHAGEN

Als ob es vor drei Wochen nicht intensiv genug gewesen wäre, hatte ich für meinen einjährigen Sohn und mich einen Städtetrip nach Kopenhagen zu #3daysofdesign gebucht 🇩🇰. Als eine Working Mom, mental immer auf dem Sprung, war das für mich eine Überforderung. Aber ich konnte es nicht lassen, das Unmögliche wieder möglich zu machen. Drei Tage Quality-Time mit meinem Kleinen, umgeben von Design, Ausstellungen, erstklassiger Architektur und Stadtkultur. Es klang verführerisch, das Universum hat mir Zeichen zugeworfen und wir machten uns auf den Weg 💫.



Kopenhagen erinnert mich an Sankt Petersburg, etwas an Amsterdam und an Hamburg. In drei Tagen konnten wir natürlich nicht alle Event-Points besuchen. Auch Gabriels Interessen mussten berücksichtigt werden. Ein paar Showrooms besichtigen – danach ein paar Steinchen in den Kanal werfen. Mit Designer*innen austauschen, danach lange an einem gewebten Outdoor-Sessel schaukeln. Wir sind ein Team und wollen doch beide Spaß haben 👍.


Meine spontanen und unstrukturierten Insights habe ich gerne für Euch zusammengefasst:


✅ Ein ganz anderes Event als DDW, viel möbelorientierter, mit viel mehr klassischem Wohn-Interior-Charakter. Der Unterschied zur Eindhovener Produkt- und Technologiewelt ist ursprungsbedingt. In den Kopenhagener Showrooms liegt oft eine andere Ästhetik zugrunde, mehr Liebe zur Tradition als zu einer kritischen, disruptiven, rohen Innovation. Ideen erschienen mir hier ausgereifter und marktfertig. Auch das Publikum: reifere Profis und gesetztere Mindsets mit Erfahrung.


✅ Am meisten hat mich bisher das Architekturzentrum in BLOX beeindruckt. Ein multifunktionales Gebäude mit Ausstellungsräumen, Coworking Spaces, Bereichen für Familien innen und außen sowie einer hervorragenden Gastronomie. Wir sind u.a. auf die Ausstellung „Awareness" gestoßen: Für zahlreiche Architekturprojekte wurden vor dem Bau immersive Räume kreiert, die die Effekte konkreter architektonischer Moves greifbar überdimensioniert darstellen. Architektur begehen und erleben, bevor sie gebaut wurde.


✅ Zu den renommierten und bereits bekannten Manufakturen aus meiner Designbibliothek haben sich neue hinzugefügt, mit nachhaltiger Produktion, Einsatz zirkulärer Materialien und einfach coolen Objekten und Lösungen. Ich freue mich wie üblich, diese bei meinen neuen Projekten einzusetzen und eure Markenräume mit frischen Inspirationen zu bestücken 🎁!



✅ Und jetzt ein sehr deeper Architektur-Insight! Eine authentische Architekturlandschaft der Stadt entsteht, wenn in einer bestimmten zeittypischen Technologie gebaut wird. Bei einer wertschätzenden Behandlung entsteht Generationen später ein Überblick darüber, eine Meta-Ebene über diesen vergangenen Zeitgeist. Eine neue Architektur entsteht auf dieser ursprünglichen Basis, übernimmt ihre Merkmale, wie Proportionen und/oder Materialität, und integriert sich sanft in eine natürliche, durch die Zeit entstandene Umgebung. Könnt ihr mir folgen? Kopenhagen ist, gefühlt, mit solchen Entwicklungen durchzogen, was eine richtige Freude für ein kritisches Auge bereitet. So etwas vermisse ich in Deutschland. Ich frage mich, wie Deutschland aussähe, wenn vergangene Zeitgeist-Architektur im Krieg nicht zerstört worden wäre... Ich frage mich, wie mein Russland dieses Trauma verarbeiten wird 😞.


✅ Am Flughafen wurde ich netterweise an der Kontrolle ohne Auspacken durchgelassen („sie reist alleine mit dem Kind“). Danke dafür. Ich hoffe nur, dass eine Frau mit dunklerer Haut und Kopftuch auch ohne Kontrolle durchgelassen würde. Leider habe ich manche Familien richtig durchsuchen lassen sehen.


✅ Ich habe in diesen drei Tagen so viele Jetzt-Momente mit meinem Kleinen erlebt. Richtig entschleunigt, mich daneben gesetzt, ihn beobachtet und unterstützt. Und dann manchmal plötzlich mit der Nase an seine Wange gestupst: riecht wie ein frisches Brioche 🥰. Trotz meiner Erkältung und der ganzen Hürden bin ich für diese Zeit mit uns zwei sehr dankbar 🙏.



Die Highlights des Events und der Stadt haben mir verraten, dass es noch viel mehr zu entdecken gibt! Auf dem Rückweg, als ich an Geschenkeläden mit wunderschöner dänischer Deko vorbeistürzte, wurde mir klar, dass ich nächstes Jahr wirklich unbedingt nochmal kommen muss. Dieses Mal mit mehr Unterstützung und mehr Zeit für mich.

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